«Zwingli, Gott und UZH» (UZH News)
Vor 500 Jahren hielt Reformator Huldrych Zwingli im Grossmünster Bibelstunden ab. Jahrhunderte später entstand daraus die Universität Zürich. Damals prägte die Kirche die Welt, heute schwindet ihre Bedeutung. Was hat die Theologie der Gesellschaft noch zu sagen?
Von Andres Eberhard
Montag, 19. Juni 1525, um 8 Uhr morgens: Eine Gruppe von Pfarrern, Chorherren und Schülern versammelt sich im Zürcher Grossmünster. Die Männer setzen sich auf die Holzbänke zuhinterst im Chor und beten zu Gott, er möge sie leiten, die Heilige Schrift richtig zu verstehen. Dann schlagen sie die Bibel auf, lesen und übersetzen – in Latein, Hebräisch und Griechisch. Sie beginnen ganz zuvorderst bei Genesis 1 – «Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde». In der Folge arbeiten sie sich vor, Vers für Vers, Tag für Tag, ausser Freitag, dem Markttag, und Sonntag.